update: Auf Störungssuche

update: Auf Störungssuche

Update 5.8.22:
Die Sommerferien sind inzwischen glücklicherweise angebrochen und wir haben bereits Vorbereitung für die Weitersuche nach dem Störungsverursacher getroffen. Vom Hausmeister haben wir erfahren, dass die Sicherungen im alten F-Bau nur den alten Bauabschnitt überwachen, so dass wir uns bei einer abschnittsweisen Abschaltung keine Gedanken üner laufende Server machen müssen, da diese im neuen F-Bau-Trakt stehen. Unser Plan war also, Sicherung für Sicherung aus dem Sicherungskasten zu entfernen und dabei zu beobachten, wann die Störung verschwindet. Dummerweise weiß niemand mehr so richtig, welche Sicherung welches Zimmer versorgt, die Beschriftung in den Sicherungskästen ist nach vielen Umbauten nicht mehr uptodate oder vorhanden, aber die Zuordnung hätten wir schon hinbekommen. „Hätten“, denn seit ein paar Tagen sind die Störungen verschwunden! Schön auf der einen Seite, vermutlich hängt das aber mit den Sommerferien zusammen und das störende Netzteil ist entweder ausgesteckt oder mit nach Hause genommen worden und es droht die Gefahr, dass es in ein paar Wochen wieder los geht.

Jetzt heißt es für uns erst einmal wieder beobachten ob und wann die Störungen wieder da sind. Dabei hilft uns glücklicherweise der Stream auf Twitch.tv, den man über einen Klick auf das entsprechende Fenster in der rechten Seitenleiste erreicht.

Update 8.5.22:
Was haben wir nicht alles unternommen um dem Störer auf die Schliche zu kommen: in den Osterferien alle Raumluftgeräte einzeln aus und wieder eingeschaltet, mit der magnetic loop Antenne und einem Tablet mit Downconverter und SDR Empfänger auf dem Flachdach des M-Baus herumgeturnt, die Transceiverabzeige per Webcam minütlich fotografiert um ein Gefühl dafür zu bekommen nach welchem Muster die Störungen auftreten und schließlich unseren RSPdx auf Twitch gestreamt um dann die gespeicherten Videos tagesweise per Schnelldurchgang nach dem Auftreten der Störungen zu durchsuchen. Immerhin konnten wir so herausfinden, dass wir es mit 2 verschiedenen Störungen zu tun haben. Tagsüber treten diese Störungen plötzlich auf und verschwinden nach ein paar Minuten genauso plötzlich wieder um nach wenigen Minuten wieder wie aus dem Nichts aufzutreten. Auch scheinen sie eine Mittagspause zu machen, denn zwischen etwa 12:30 Uhr und 13:30 Uhr ist konsequent Ruhe.

Nachdem unsere Störungssuche aber leider nicht von Erfolg gekrönt war haben wir uns entschlossen die Bundesnetzagentur zu informieren. Diese Möglichkeit hat jeder, der unter Funkstörungen leidet, seien es Probleme beim Radio- oder Fernseheempfang, beim Telefon oder Internet oder eben beim Amateurfunkdienst. Glücklicherweise bekamen wir innerhalb von zwei Wochen auch gleich einen Termin und der Peilwagen der Bundenetzagentur fuhr am 5. Juli mit zwei Hochfrequenzspezialisten auf unser Schulgelände.

Die folgenden Stunden waren dann sehr aufregend. Zunächst erfuhren wir, dass der Transporter mit all den verbaute Messgeräten preislich etwa bei 500 000 EUR liegt. Und dann ging es mit einer Handpeilantenne und einem Spektrumanalyser erst einmal an unsere Station. Dort klemmt der Mitarbeiter unsere Empfangsantenne an das Messgerät um die Störung zu bestätigen. Anhand des empfangenen Frequenzspektrums schloss er darauf, dass es sich um ein Netzteil handeln müsste, das die Störung verursacht.

Seit eine Prüfung durch die Bundesnetzagentur bei der Inmarktbringung von elektrischen Geräten nicht mehr vorgeschrieben ist, sondern die Hersteller sich nur noch selbst zu bestätigen haben, dass ihre Geräte keinen Elektrosmog verbreiten, hat die Verschmutzung des Frequenzspektrums leider enorm zugenommen. Das betrifft jetzt aber nicht nur den kleinen Amateurfunker, der es immer schwieriger hat in dicht besiedelten Gegenden seinem Hobby nachzugehen, sondern auch andere Funkdienste wie Behördenfunk (Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei) oder kommerzielle Nutzer wie z.B. Taxifahrer. Tja, Geiz ist zwar geil und das billige Steckernetzteil aus Fernost lädt das Handy schon, daneben verursacht es aber leider oftmals ein Störfeuer im Hochfreuenzbereich, das der normale Benutzer des Ladeteils selten bemerkt. Heiße Kandidaten für Elektrosmog sind außerdem Plasmafernseher und ganz schlimm PCL, also Power-LAN oder Internet über die Steckdose, wirken die Stromleitungen im Haus auf Grund ihrer Länge doch wie hervorragend arbeitende unabgestimmte Sendeantennen.

Zurück zu unserer Suche mit der Bundesnetzagentur: uns viel ein Stein vom Herzen, dass eine Suche im direkten Umfeld unserer Station keinen Grund zur Beanstandung gab. Also machten wir uns auf die Suche und durchkreuzten den kompletten F-Bau, peilten dort in alle Klassenzimmer, steckten bei vermuteten Störungsverursachern Netzteile aus, wurden aber leider nirgends fündig. Erschwert wurde unsere Suche durch die in den Wänden verlaufenden Stromleitungen, zeigte das Messgerät dort immer eine erhöhte hochfrequente elektromagnetische Strahlung an, da das störende Netzteil seine Störpulse überall im Stromnetz verteilt.

Kurz und gut: wir haben leider nichts eindeutiges finden können. Nach etwa 3 Stundenhaben wir die Suche abgebrochen mit dem Wissen, dass die Störung aus dem F-Bau aus Richtung Süden, also der Musik- oder Chemieabteilung kommt. Wir sind mit den beiden Mitarbeitern der BNetzA dann so verblieben, dass wir die für die Sommerferien auf Grund der Elektroarbeiten geplante Stromabschaltung nutzen um herauszufinden, ob unsere Schule selber der Verursacher der Störung ist oder ob diese doch von außen eingetragen wird. Sollten wir am MGF nicht selber der Verursacher sein, melden wir uns nochmals bei der BNetzA und der Peilwagen kommt dann ein zweites Mal für eine Außenpeilung.

Orininalbeitrag:
Tja, da hat es nun auch uns erwischt. Ab und an haben wir derart massive Störungen auf dem 40m Band, dass an Funkverbindungen nicht zu denken ist. Also müssen wir uns auf die Suche machen.

Erste Analysen haben ergeben, dass die Störungen völlig unregelmäßig sind. 10 Minuten Störung, 5 Minuten Ruhe, 5 Minuten Störung, 2 Minuten Ruhe, 20 Minuten Störung. Dann tagelang wieder nichts. Also haben wir uns mit dem EMV-Spion vom Funkamateur auf die Suche gemacht und bereits ein paar Störungsaspiranten auf dem Schulgelände ausfindig gemacht, die es nun weiter zu beobachten gilt.

Auch ein DSL-Modem kommt bei der Unregelmäßigkeit unter Verdacht. Hier werden wir bei der nächsten Störung mal auf Sendung gehen und beobachten ob diese dann verschwinden, was ein Hinweis darauf wäre, dass das Modem seinerseits den Kanal nun als gestört betrachtet und ihn ausnotcht.

Und dann warten wir darauf, dass endlich unser Peilempfänger fertig wird. Mit dem im Funkamateur 1/21 vorgestellten Aufbau lassen sich Richtungen aus denen Störung ausgesendet werden per Smartphone oder Tablet finden und durch Triangulation lokalisieren. Die Platine des nötigen 20dB Verstärkers mit einer Impedanz von etwa (3,5 – j0,03) Ohm wurde mit EasyEDA entworfen und von JLCPCB gefertigt und SMD bestückt. Noch fehlen die von Hand zu wickelnden Spulen und erste Funktionstests. Der RTL-SDR Stick ist auch schon vorhanden und funktioniert an einer ausgewachsenen Antenne bereits gut mit der Tabletsoftware zusammen. Wir berichten weiter.

Platine des 20dB HF-Verstärkers

Für unterdessen haben wir geplant die Störungen über unser Software Defined Radio am Rechner aufzuzeichnen (wer auf twitch streamen kann, kann auch lokal mitschneiden) und zeitlich auszuwerten. Auf die Ergebnisse sind wir schon sehr gespannt!

Inzwischen haben wir noch ein paar Verdächtige ausfindig gemacht. Da die Störungen erst seit relativ kurzer Zeit auftreten, können wir uns auch vorstellen, dass die neu angeschafften Raumfilteranlagen gegen das Corona-Virus die Verursacher sein können. Da die Störungen ohne erkennbares Muster auftreten und die Filteranlagen sich je nach Güte der Raumluft ein- und ausschalten würde es uns nicht verwundern, wenn die Elektronik einer dieser Anlagen der Störenfried ist. Da werden wir wohl an einem Wochenende mal reihum alle Filteranlagen manuell einschalten und gleichzeitig den Transceiver im Auge behalten. Es gibt viel zu tun!

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