Portabelaktivität unseres Amateurfunkkurses
Seit Anfang des Schuljahres fand bei uns am MGF ein Amateurfunkkurs im Rahmen der Regionalen Begabtenförderung Oberfranken statt. An 4 Montagen, jeweils am ersten Schultag nach den über das Schuljahr verteilten Ferien trafen sich 19 Jugendliche aus oberfränkischen Gymnasien am MGF um vormittags im Theorieblock auf die Klasse N Prüfung zum staatlich geprüften Funkamateur bei der Bundesnetzagentur ausgebildet zu werden. Am Nachmittag wurden verschiedene Geräte zur drahtlosen Kommunikation gebastelt. Eine Morsetaste vom AATiS, eine Meshtastic Lora Sende-Empfangseinheit, eine Meshcore Sende-Empfangseinheit mit Yagi Antenne für 868MHz und ein Kurzwellen-Audion von der Gesellschaft Jugend Technik Schule.
Am vergangenen Montag ging es dann zum krönenden Finale. Nachdem einige Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer bereits bei Contesten oder in der Mittagspause an unserer Schulstation DK0MGF bereits Funkerfahrung sammeln konnten, hatten manche ihre anfängliche Mikrophonscheu noch nicht ganz überwunden. Um hier eine weitere Möglichkeit anzubieten und um das Gelernte in der Praxis zu festigen begaben wir uns beim letzten Kurstag auf einen kleinen Ausflug.
Mit vollgepacktem Bollerwagen und Rucksäcken zum Transport der umfangreichen Funkausrüstung machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Weg vom MGF zum Rehberg.
Oben angekommen mussten sich natürlich alle Wanderer von den Strapazen erholen.
Aber bereits kurze Zeit später wurde gemeinschaftlich angepackt um den ersten Antennenmasten zu stellen. Für eine ZS6BKW-Antenne musste ein 10m GFK-Auszugsmast am Boden verankert und mit drei Seilen abgespannt werden. Dabei galt es große Heringe in den Boden zu schlagen, den Jurtenknoten für die Abspannleinen zu erlernen und die Strahlungsrichtung für den Dipol zu optimieren.


Nachdem die Antenne stand und mit einen virtuellen Netzwerkanalysator auf Ihre Tauglichkeit überprüft worden war konnte die Kurzwellenstation mit 20W aus einem Xiegu G90 Transceiver in Betrieb gehen. Nach einer kurzen Einweisung konnte eine erste Gruppe sogleich mit dem Funken auf 20m beginnen. Das Erdwetter war zwar hervorragende – wir hatten angenehme Temperaturen und herrlichsten Sonnenschein – das Weltraumwetter war uns allerdings nicht so wohl gesonnen, so dass die oberen Kurzwellenbänder nicht richtig öffneten. Immerhin gelangen auf 20m einige Funkverbindungen innerhalb Europas. Uruguay konnte gehört werden, unsere Sendeleistung reichte für ein Gespräch unter den vorherrschenden Bedingungen aber leider nicht aus.
Danach ging es auch gleich weiter mit dem Aufbau der 2. Antenne, dieses Mal für das 2m Band. An der Spitze eines 6m Aluschiebemastes wurde eine Diamond X-30 Antenne als Vertikalstrahler befestigt. Kurz darunter hing dann eine 4-fach Oblong Antenne nach DK7ZB, die horizontal polarisiert ist. Auch hier musste ordentlich abgespannt und handwerkliches Geschick beim Befestigen der Antennen bewiesen werden. Da Jonathan seine Drohne mit dabei hatte sind in der Galerie ein paar sehr schöne Aufnahmen der Aufbauaktivitäten auch von oben zu bewundern.
Als auch diese Antenne sendebereit war startete eine zweite Gruppe mit dem Funkbetrieb im 2m Band. Nachdem die ersten QSOs mit Funkamateuren aus der Umgebung getätigt waren wurde versucht ob die umliegenden Repeater in Bamberg, Kronach, Lichtenfels, Bayreuth und am Schneeberg mit unserem Aufbau erreicht und geöffnet werden konnten. Dies gelang großteils, wodurch sich der Radius der erfolgreichen Funkverbindungen enorm vergößerte.
Damit auch an der Kurzwellenstation eine zweite Antenne ausprobiert werden konnte bauten wir im Laufe des Tages noch einen Lambda/4 Vertikalstrahler nach draussenfunker.de auf und glichen ihn mit Hilfe eines virtuellen Netzwerkanalysators ebenfalls für das 20m Band ab. Nun konnten beide Antennen bezüglich ihrer Sende- und Empfangseigenschaften verglichen werden.
Auch für die sportlichen Funkbegeisterten war etwas geboten: in unserem Gepäck befanden sich 5 Füchse. Ein Fuchs ist bei Funkamateuren ein wiederholt Morsezeichen ausgebender Sender, der im Wald versteckt wird und von den Fuchssuchern mittels eines Peilgerätes möglichst schnell gefunden werden muss. Wir haben allerdings auf den zeitlichen Aspekt verzichtet und die 5 ausgelegten Füchse, die im 80m Band sendeten, in Kleingruppen suchen lassen. Die Kunst dabei ist durch Triangulation einen möglichen Standort des Fuchses akustisch auszumachen und ihn dann auch tatsächlich zu finden.
Nach mehr oder weniger langer Suchzeit gelang es allen Gruppen die 5 Füchse, die sich entlang des Wanderweges um den Rehbergturm befanden, zu finden. Damit immer eine Kommunikation zwischen Suchern und den am Funkplatz Zurückgebliebenen möglich war, hatten die Suchtrupps ein 2m Handfunkgerät dabei. Eine Gruppe nutzte auch gleich die Gelegenheit den Rehbergturm zu besteigen um herauszufinden ob die Kommunikation von dort oben noch besser möglich sei.
Ebenfalls mit einem Handfunkgerät probierten wir die Betriebsart SSTV (Slow Scan Television) aus. Dabei wird ein Bild zeilenweise abgetastet und die Information per Funkwellen an die Empfangsstation weitergeleitet, wo die Töne anschließen dekodiert werden um das Bild zeilenweise auf dem Bildschirm des Empfängers erscheint. Nach einem kurzen Rundruf auf dem 2m Band fand sich OM Tim, DO1TLP, der sich für den Versuch zu Verfügung stellte. Das von DN1MGF/p gesendete und von Tim empfangene Bild ist auf dem nächsten Photo zu sehen. Versuch geglückt!
Gegen 14:30 Uhr begannen wir dann mit dem Abbau unserer Funkanlagen. Gemeinschaftlich gelang das ziemlich rasch und alles Material war wieder sicher in Bollerwagen und Rucksäcken verstaut, so dass der Rückweg ans MGF angetreten werden konnte.
Zurückblickend erlebten wir einen wunderschönen Tag in freier Natur mit erfolgreichen Amateurfunkaktivitäten. Am Ende waren sich alle einig, dass so etwas auf jeden Fall wiederholt gehört. Freuen wir uns also auf das kommende Schuljahr mit einem neuen Amateurfunkkurs am MGF. Zu Lernen, zu Basteln und Gemeinschaft zu erleben gibt es noch genügend!











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