Erstaktivierung der Altenburg in Bamberg

Erstaktivierung der Altenburg in Bamberg

Castle On The Air (COTA) ist ein Amateurfunkprogramm, bei dem neben dem Freizeitgedanken auch auf die Besonderheit und das kulturelle Erbe, das uns Burgen und Schlösser übermitteln, öffentlichkeitswirksam hingewiesen wird.

Es geht bei COTA, der deutschen Untergruppe des World Castle Awards (WCA) darum, in einem Umkreis von maximal 1000m um eine Burg, ein Schloss oder eine Festung eine Funkaktivität zu starten. Dies geschieht meist portabel, so auch am vergangenen Sonntag, dem 12.7. unter dem Rufzeichen DN1MGF/p.

Gegen 13:30 trafen sich Penelopé, Jonathan und OM Wolfgang, DJ4QV, an der Altenburg zu Bamberg um diese zu aktivieren. Im Vorfeld hatte sich gezeigt, dass, obwohl die Altenburg als eines der Wahrzeichen Bambergs überregional bekannt ist, es vor uns noch niemandem gelungen war von dort Funkkontakte auf Kurzwelle zu initiieren. Somit gelang Penelopé und Jonathan, die beide zuvor am Amateurfunkkurs am MGF teilgenommen hatten, die Erstaktivierung der Altenburg!

Nach einem kurzen Rundgang um die Burg fand sich am östlichen Ende, unterhalb der Burgmauer eine schöne Wiese rund um die sogenannte „Vereinigungssäule“, auf der wir unsere Funkstation aufbauten. Zum Einsatz kam neben unserem bewährten Xiegu G90 Transceiver mit 20W Ausgangsleistung dieses Mal eine wegen ihres spinnennetzartigen Aussehens sogenannte Cobweb Antenne von AWK-Antennas für die 6 Bänder 20m bis 6m. Gemeinsam wurde die Antenne an einem 6m Alumast befestigt, der Mast mit Seilen abgespannt und die Antenne auf etwa 4m Höhe gebracht. Danach wurde der Funkplatz mit Decke, Stuhl und Sonnenschirm „wohnlich“ gestaltet.

Die Ausbreitungsbedingungen auf den höheren Bändern waren um die Mittagszeit wie zu erwarten mäßig, so dass wir uns auf das 20m Band konzentrierten. Hier gelangen uns im Laufe des Nachmittags dann aber Verbindungen in Phonie nach Norwegen, Niederlande, Spanien, Rumänien, Italien, Serbien und Dänemark.

Nachdem bei unserem letzten Ausflug zum Abschluss des Amateurfunkkurses leider kein Digitalbetrieb möglich war, holten wir dies auf der Altenburg nach und tätigten zu Demonstrationszwecken für die beiden Auszubildenden zusätzlich auch ein paar QSOs in der digitalen Betriebsart FT8. Hierbei kam ein RaspberryPi Einplatinencomputer, der mit einem Betriebssystemimage des Schweizer Funkamateurs Andreas Heertsch, HB9HCI, läuft, zum Einsatz. Die notwendige Zeitsynchronisation erfolgte über GPS, da im Feld meistens kein WLAN und damit Internetzeitserver zur Verfügung steht. Der Zugriff auf den RaspberryPi geschah über ein Tablet per VNC.

Gleichzeitig zum Kurzwellenbetrieb versuchte Jonathan sein Glück auf den umliegenden Ultrakurzwellenrelais. Dabei konnte er mit unserem Handfunkgerät einige schöne Gespräche mit Funkamateuren aus der Bamberger Umgebung bis hinunter nach Fürth führen. Sie alle ermutigten die beiden Neufunker zu ihren bevorstehenden Prüfungen bei der Bundesnetzagentur und lobten Jonathan für seine professionelle Betriebstechnik. In einem der Gespräche erfuhr Jonathan auch, dass auf dem Burgfried der Altenburg ein 70cm Relais der Bamberger Funkamateure installiert ist. Leider ist dieses aktuell defekt und konnte so nicht benutzt werden.

Später am Nachmittag verlegten wir unseren Funkplatz in den Schatten der Altenburg

Gegen halb 7 beendeten wir dann unsere Funkaktivität am Bamberger Wahrzeichen. Die Antenne war gemeinschaftlich schnell abgebaut, das Equipment rasch im Bollerwagen verstaut, so dass wir kurz darauf den kurzen Fußmarsch wieder hoch zum Parkplatz antreten konnten. Alles in Allem ein wunderschöner Amateurfunknachmittag an der frischen Luft, mit gemeisterten technischen Anforderungen und netten Gesprächen mit gleichgesinnten Funkamateuren quer durch ganz Europa. Alle Teilnehmer der Funkaktivität waren sich einig, dass so eine Aktion baldmöglichst wiederholt werden soll!

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